JMGO N3 Ultimate im Test: Traumprojektor mit einer fiesen Schwachstelle

JMGO N3 Ultimate überzeugt im Praxistest in vielen Bereichen

Wer einen Projektor ins Wohnzimmer stellen will, kennt das Problem: Der ideale Standort existiert selten. Das Sofa steht zu nah, die Decke ist zu niedrig, und ein Deckenmontage-Setup kommt für Mieter sowieso nicht in Frage. Genau hier will der JMGO N3 Ultimate ansetzen – mit einem durchdachten Platzierungssystem, das mechanisch statt digital arbeitet. Das Ergebnis ist beeindruckend. Bis auf eine Ausnahme.

Technische Daten im Überblick

Auflösung4K UHD
Helligkeit5.800 ISO Lumen
Kontrastverhältnis20.000:1 (FOFO)
Farbumfang110 % BT.2020
FarbgenauigkeitDelta E ca. 0,7
HDRDolby Vision, HDR10
Bildgröße40 bis 300 Zoll
Zoomverhältnis0,88 bis 1,7:1 (optisch)
Lens ShiftVertikal 130 %, Horizontal 53 %
LichtquelleTri-Color-Laser (RGB)
ProjektionstechnologieDLP
ProzessorMT9679
RAM / Speicher4 GB / 64 GB
HDMI2× HDMI 2.1, einer mit eARC
USBUSB 3.0
WLANWi-Fi 6
Bluetooth5.2
Lautsprecher2× 12,5 W (25 W gesamt)
AudioformateDolby Audio, DTS-X
BetriebssystemGoogle TV mit nativem Netflix
Abmessungen30,7 × 23,1 × 27,4 cm
Gewicht6,9 kg
Lautstärkeunter 26 dB

Design und Verarbeitung

Mit knapp sieben Kilogramm und einem Aluminiumgehäuse macht der N3 Ultimate einen wertigen, aber nicht gerade portablen Eindruck. Er ist klar als Wohnzimmergerät konzipiert. Man stellt ihn einmal hin und lässt ihn stehen.

Das auffälligste Merkmal ist der drehbare Gimbal-Kopf. Das Objektiv sitzt in einem beweglichen Aufsatz, der sich unabhängig vom Gehäuse ausrichten lässt. So kann der Projektor auf eine andere Wand oder an die Decke projizieren, ohne dass man das Gerät physisch umstellt.

Auf der Rückseite finden sich zwei HDMI-2.1-Anschlüsse (einer mit eARC für die Rückführung von Audiosignalen), ein USB-3.0-Port sowie Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2 für die kabellose Verbindung.

Das 3-in-1-Platzierungssystem: Der eigentliche Star

Traumprojektor JMGO N3 Ultimate als Non-Plu-Ultra Produkt

Das Herzstück des N3 Ultimate ist JMGOs sogenanntes 3-in-1-System und es löst tatsächlich ein reales Problem auf elegante Weise.

Erstens: Optischer Zoom. Das Zoomverhältnis reicht von 0,88 bis 1,7:1. Ein 100-Zoll-Bild lässt sich aus einer Entfernung zwischen etwa zwei und vier Metern erzeugen – ohne Qualitätsverlust, weil der Zoom rein optisch arbeitet.

Zweitens: Optischer Lens Shift. Das Bild lässt sich um bis zu 130 % vertikal und 53 % horizontal verschieben – ebenfalls ohne digitale Korrektur. Anders als bei der gängigen digitalen Keystone-Korrektur bleiben Auflösung und Helligkeit dabei vollständig erhalten.

Drittens: KI-Gimbal. Der Projektor kann seinen Kopf automatisch ausrichten und zwischen verschiedenen Projektionsflächen wechseln, ohne dass der Nutzer Hand anlegen muss. Laut JMGO eine Marktneuheit im US-Segment.

Ein Knopfdruck aktiviert die automatische Bildanpassung – Fokus, Trapezkorrektur, Hinderniserkennung und Bildausrichtung erfolgen gleichzeitig. Das sogenannte AI Spatial Memory speichert mehrere Setups, sodass der Projektor zwischen verschiedenen Wänden hin- und herwechseln kann, ohne jedes Mal neu kalibriert zu werden.

Wichtiger Hinweis aus der Praxis: Die manuelle Einstellung per Fernbedienung ist umständlich und frustrierend. Wer das automatische System nutzt, liegt klar besser.

Bildqualität: Überzeugend, mit kleinen Einschränkungen

Die Lichtquelle ist ein RGB-Tri-Color-Laser (MALC 5.0), der gegenüber dem Vorgängermodell N1S Ultra deutlich zugelegt hat: 5.800 ISO Lumen statt zuvor 2.800 – ein erheblicher Unterschied bei hellerem Umgebungslicht.

Der Kontrast wird mit 20.000:1 (FOFO) angegeben, unterstützt durch KI-gestützte Schwarzwertoptimierung. Der Farbumfang deckt 110 % des BT.2020-Standards ab. Die Farbgenauigkeit mit einem Delta-E-Wert von rund 0,7 (gemessen: ca. 0,8) gilt als referenztauglich – Werte unter 1,0 entsprechen professionellen Ansprüchen.

HDR wird in Dolby Vision und HDR10 unterstützt. Während Dolby Vision tadellos arbeitet, zeigte sich HDR10 in Tests leicht unzuverlässig bei der Farbdarstellung – sowohl über Google TV als auch über einen extern angeschlossenen Apple TV. Für den normalen Zuschauer fällt das kaum auf, wer jedoch keinen Dolby-Vision-Stream zur Verfügung hat, merkt die Abweichung.

Zum Rainbow-Effekt: DLP-Projektoren können bei schnellen Bildwechseln kurze Farbblitze zeigen. Von fünf Testpersonen nahmen zwei diesen Effekt wahr. Einer beim Kinofilm Dune, einer während einer Actionszene in Star Wars: Andor. Wer DLP-empfindlich ist, sollte das im Hinterkopf behalten.

Gaming: Unerwartet stark

Für Gamer hält der N3 Ultimate eine echte Überraschung bereit: Input Lag von 1 ms, Variable Refresh Rate (VRR) für PS5 und Xbox Series X über HDMI 2.1, bis zu 240 Hz (bei reduzierter Auflösung) und ein dedizierter Pro Game Mode. Das Testteam verglich die Performance positiv mit einem 120-Hz-4K-Monitor – für einen Heimkino-Projektor ist das bemerkenswert.

Smart Features und Software: Das große Aber

Der N3 Ultimate läuft auf Google TV – mit 4 GB RAM und 64 GB Speicher gut ausgestattet auf dem Papier. Auch AirPlay ist an Bord, ebenso die Apple-TV-App. Für Apple-Nutzer empfiehlt sich dennoch der Betrieb mit einem externen Apple TV per HDMI 2.1, denn:

Google TV ist das schwache Glied. Langsam, träge, unzuverlässig. Das ist kein Problem von JMGO, sondern von Google. Aber Google TV befindet sich bereits bei Version 5.0 und die Performanceprobleme bestehen weiterhin. Für einen 3.000-Euro-Projektor ist das schlicht nicht akzeptabel.

Audio: Solide, aber austauschbar

Das integrierte 25-W-Stereosystem mit Dolby Audio und DTS-X ist eine Verbesserung gegenüber dem Vorgänger. Dennoch gilt wie bei fast allen Projektoren: Für ein ernsthaftes Heimkino-Erlebnis sollte man zu einer externen Lösung greifen. Eine Soundbar, ein AV-Receiver oder, für Apple-Nutzer, ein HomePod im Niedriglatenz-Modus über Apple TV machen den entscheidenden Unterschied.

Fazit: Exzellenter Projektor, nerviges Betriebssystem

Der JMGO N3 Ultimate ist ein überzeugend konzipierter Projektor. Das Platzierungssystem ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal, die Bildqualität beeindruckend, die Gaming-Features ungewöhnlich stark für diese Geräteklasse.

Dass Google TV das Gesamtpaket so deutlich bremst, ist ärgerlich – und der einzige Grund, warum dieser Projektor keine glatte Höchstnote erhält. Wer bereit ist, einen Apple TV oder Mac mini in die Kette einzubinden, bekommt das Setup, das dem Gerät gerecht wird.

Zum Markteinführungspreis von 2.999 US-Dollar (aktuell bei Amazon teils für ca. 2.399 US-Dollar erhältlich) richtet er sich klar an Käufer, die beim Heimkino keine Kompromisse beim Bild eingehen wollen – und bereit sind, die Software-Schwäche mit einer externen Lösung zu umschiffen.

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