„Ourobot“ überrollt Hindernisse, erfindet das Rad neu

"Ourobot" erfindet das Rad neu (Foto: Ressort Hochschulkommunikation Juni 2016)
„Ourobot“ erfindet das Rad neu (Foto: Ressort Hochschulkommunikation Juni 2016)

Studenten der Fachhochschule Bielefeld haben „Ourobot“ entwickelt. Der Roboter ähnelt einer Fahrradkette und überwindet selbst schwere Hindernisse mal wie eine Kugel, mal wie eine Schlange.

Hinter dem neuartigen Roboter steckt die Erkenntnis, dass ein rundes Rad zwar in der Ebene und abwärts Vorteile hat, aber weniger bergauf. Studenten der Fachhochschule Bielefeld haben daher eine Art „Rad 2.0“ entwickelt, welche sich auch über Hindernisse schlängelt. Der Name „Ourobot“ ist dem altägyptischen Bildsymbol einer sich selbst verzehrenden Schlange, dem Ouroboros, nachempfunden.

Sensoren erkennen Hindernisse

Der neuartige Roboter ähnelt einer Fahrradkette, hat aber nur zwölf etwa faustgroße Glieder, und in jedem Kettenglied befindet sich ein Antrieb. Das Besondere: Im Gegensatz zu vergleichbaren Robotern sind die Kettensegmente mit Drucksensoren ausgestattet, so dass „Ourobot“ auch Hindernisse überwinden kann. Derzeit kann Ourobot nur geradeaus fahren und keine Kurven einschlagen, durch die Sensoren erkennt er aber Hindernisse und kann zum Beispiel über ein Buch rollen. Das Konzept dahinter, also das Zusammenspiel der einzelnen Glieder beim Überrollen des Hindernisses, ist eine komplexe mathematische Aufgabe. „Es ist bemerkenswert, wie die Studenten das gelöst haben“, sagt Axel Schneider Professor Dr. Axel Schneider vom Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik der FH Bielefeld.

Dritte Dimension geplant

Ein Höhepunkt für das Team war der Besuch der internationalen Robotik-Konferenz ICRA in Stockholm im Mai dieses Jahres. Die wissenschaftliche Publikation über Ourobot ist dort auf großes Interesse gestoßen. Das Projekt Ourobot ist aber noch längst nicht abgeschlossen, sondern wird immer weiter entwickelt. Die Vision der Betreuer ist, mit dem jetzt zweidimensional arbeitenden Roboter „in die dritte Dimension zu gehen“, wie Schneider erklärt. „Wir möchten einen aktiv deformierbaren Roboter entwickeln, der sich, ähnlich wie eine Amöbe, dem Umfeld anpassen kann, sich ausdehnt und wieder schrumpft“, beschreibt der Professor. So könnte sich Ourobot durch enges Terrain bewegen und Hindernisse durch verschiedene Bewegungen überwinden. Für die 3D-Version des Ourobots haben sie verschiedene Bewegungsvarianten entworfen, die denen einer Kugel oder einer Schlange ähneln. Hier steht aber noch einiges an Entwicklungsarbeit an.

Video: Wie sich „Ourobot“ fortbewegt

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