Drohne macht Inventur zum Kinderspiel

Linde Inventurdrohne "Flybox" (Foto: Linde Material Handling)
Linde Inventurdrohne „Flybox“ (Foto: Linde Material Handling)

Der Einsatz von Drohnen soll die Inventur von Lagerbeständen in Zukunft radikal vereinfachen. Kürzlich stellte Linde Material Handling den Prototyp einer solchen Inventurdrohne vor, welche aber frühestens 2018 auf den Markt kommt. In Verbindung mit einem autonomen Flurförderzeug geschieht die oft mühevolle Inventur dann wie von Geisterhand.

Es ist ein Surren zu hören, dann hebt die Drohne zum nächsten Barcode ab: Die etwa 50 Zentimeter große, mit sechs Rotoren, Kamera, Barcode-Scanner und Telemeter ausgestattete Inventurdrohne „Flybox“ von Linde robotics und Balyo. Langsam fliegt sie senkrecht vor dem Regal nach oben, macht von jedem Palettenstellplatz ein Foto, erfasst die Barcodes der gelagerten Waren. Ist die Drohne an der obersten Regalebene angelangt, bewegt sie sich gemeinsam mit dem Fahrzeug um eine Regalposition weiter nach rechts oder links, um ihren Dokumentationsprozess nun von oben nach unten fortzusetzen. Dann geht es erneut eine Position weiter und wieder nach oben – immer weiter, in Wellenformen, bis das gesamte Regal und alle dort gelagerten Paletten von der Drohne erfasst und die Informationen an den Computer übertragen sind. Dort werden sie dokumentiert und können jederzeit mithilfe einer Anwendungssoftware abgerufen werden, die am Bildschirm die Regalposition mit dazugehörigem Barcode und Foto zeigt.

Drohne und autonomes Fahrzeug

„Das entscheidend Neue an der Erfindung ist, dass wir die Drohne zusammen mit einem autonomen Flurförderzeug nutzen“, sagt Tobias Zierhut, Head of Product Management Warehouse Trucks bei Linde Material Handling. Denn die Drohne „Flybox“ wird bei ihrem Inventureinsatz von einem automatisierten Linde-Hochhubwagen, dem L-MATIC, geführt. Beide Geräte sind über einen Spannungswandler sowie ein sich selbst justierendes Kabel miteinander verbunden.

Indoor-Orientierung mit Geonavigation

Gleichzeitig löst Linde eine weitere Herausforderung, die einem breiten Einsatz von Drohnen in Lagerhallen bisher im Wege stand: Die Lokalisierung unter dem Hallendach ohne GPS-Empfang. Dank innovativer Geonavigation weiß das Linde-System stets genau, wo sich die Drohne befindet: Das Fahrzeug sendet Flächenkoordinaten, die Flughöhe ermittelt ein Höhensensor in der Drohne. Die Drohne, die Linde Material Handling zusammen mit dem französischen Automatisierungs-Experten Balyo entwickelt, soll die gesetzlich vorgeschriebenen Inventurprozesse radikal vereinfachen und Unternehmen damit wertvolle Zeit und hohe Kosten sparen.

Preise und Verfügbarkeit

Bei der kürzlich vorgestellten Inventurdrohne „Flybox“ handelt es sich um einen Prototypen. Die Markteinführung der „Flybox“ ist frühestens 2018 geplant. Preise sind noch nicht bekannt.

Video: Inventurdrohne Linde „Flybox“

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