
Am 13. Februar 2026 hat Google nach kurzer Verzögerung die erste öffentliche Beta von Android 17 veröffentlicht. Unter dem internen Codenamen „CinnamonBun“ startet die nächste große Android-Version in ihre Testphase – und bringt einige interessante Neuerungen mit, auch wenn der Fokus diesmal stark auf Entwickler und Performance-Verbesserungen liegt. Die finale Version ist für Juni 2026 geplant.
Ein neuer Weg zur Beta: Der Android Canary-Kanal
Besonders auffällig in diesem Jahr: Google hat die bisherigen Developer Previews abgeschafft. Stattdessen gibt es nun einen dauerhaften „Canary“-Kanal, über den neue Funktionen und APIs kontinuierlich bereitgestellt werden, sobald sie intern getestet wurden. Die erste öffentliche Beta ist dadurch von Anfang an stabiler als frühere Entwicklervorschauen.
Der Vorteil: Entwickler bekommen schneller Zugang zu neuen Plattform-Features, und die öffentliche Beta profitiert von mehr Vorab-Tests. Laut Googles Zeitplan soll die Plattform-Stabilität bereits im März 2026 erreicht werden – ein ambitionierter Zeitplan.
Die wichtigsten Neuerungen in Android 17 Beta 1
1. Bessere Performance durch „Generational Garbage Collection“
Einer der wichtigsten, aber unsichtbaren Änderungen betrifft die Speicherverwaltung. Android 17 führt ein neues „Generational Garbage Collection“-System ein. Statt Speicher in großen Chargen aufzuräumen, passiert dies nun häufiger und in kleineren Schritten. Das entlastet den Prozessor spürbar, hält das System kühler – und, überraschend für eine Beta: viele Nutzer berichten von einer verbesserten Akkulaufzeit gegenüber Android 16.
2. Apps müssen auf großen Displays funktionieren
Android 17 zieht eine klare Grenze: Apps, die auf API-Level 37 abzielen, dürfen sich auf Geräten mit einer Mindestbreite von 600dp (also Tablets, Foldables und Desktop-Modus) nicht mehr gegen Größenänderungen oder Orientierungswechsel sperren. Wer bisher eine App zwanghaft im Hochformat gehalten hat, muss jetzt nachziehen. Spiele sind von dieser Regel ausgenommen.
Das ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft: Google bereitet Android damit auch für Aluminium OS vor – ein kommendes Android-basiertes Betriebssystem für Laptops und Desktops als ChromeOS-Nachfolger.
3. Flüssigere Kamera-Übergänge
Wer kennt es nicht: Beim Wechsel zwischen Ultraweitwinkel, Hauptkamera und Tele-Objektiv gibt es kurze Aussetzer oder einen sogenannten „Viewfinder Skip“. Android 17 führt neue professionelle Kamera-APIs ein, die Drittanbieter-Apps erlauben, zwischen Kamera-Modi zu wechseln, ohne die gesamte Kamera-Session neu zu starten. Das Ergebnis: flüssigere Übergänge, weniger Ruckler, vor allem in Foto- und Video-Apps sowie Social-Media-Anwendungen.
4. Handoff – Aufgaben nahtlos zwischen Geräten übergeben
Eine der spannendsten neuen Funktionen heißt Handoff. Ähnlich wie bei Apple-Geräten können Nutzer künftig eine Aktivität auf einem Gerät beginnen – etwa eine E-Mail tippen – und diese auf einem anderen Android-Gerät in der Nähe weiterführen. Die verfügbaren Aufgaben erscheinen im Launcher oder in der Taskleiste des Zielgeräts. Da die Funktion tief im Betriebssystem verankert ist, soll sie geräteübergreifend auf jedem Android-Gerät funktionieren.
5. Neue Such- und Interface-Anpassungen
Die Suchleiste im Pixel Launcher hat ein neues, schlankeres Design erhalten und ist jetzt stärker anpassbar. Nutzer können den Standard-Shortcut für AI Mode durch andere Optionen ersetzen – etwa Gemini Live, Übersetzer, Song Search, Wetter oder das Wörterbuch. Außerdem lässt sich das „At a Glance“-Widget nun endlich vom Homescreen entfernen. Weitere UI-Tweaks: Das Lautstärkepanel bekommt ein Einstellungs-Icon für schnellen Zugriff, und der Helligkeitsregler zeigt ein neues, gespiegeltes Symbol.
Weitere technische Neuerungen im Überblick
| Feature | Details |
|---|---|
| VVC/H.266-Unterstützung | Neuer Videocodec für bessere Qualität bei weniger Dateigröße (Hardware-Unterstützung vorausgesetzt) |
| Lautstärken-Normalisierung | Gleichmäßige Lautstärke beim App-Wechsel, z. B. von YouTube zu Spotify |
| VoIP-Integration | Anrufe aus WhatsApp & Co. können in der nativen Telefon-App angezeigt werden |
| Neue Companion-Profile | Vereinfachte Kopplung für Medizingeräte und Fitness-Tracker via gebündelter Berechtigungsabfrage |
| Wi-Fi Ranging | Präzisere Näherungserkennung und verbesserte Ortung von Geräten in der Nähe |
| Android XR Engagement Mode | Bessere Anpassung von Apps für Extended-Reality-Geräte wie das Samsung Galaxy XR |
Auswirkungen auf Android Hardware
Android 17 ist nicht isoliert zu betrachten – das Update hat direkte Auswirkungen auf mehrere Gerätekategorien und Trends:
Foldables und Tablets: Die Pflicht zur App-Anpassung für große Displays ist ein klares Signal, dass Google die Foldable- und Tablet-Welt weiter fördern will. Wer sich für aktuelle Pixel-Geräte interessiert, findet auf unseren Google Pixel Seiten weitere Infos zu den neuesten Modellen.
Android XR: Der neue Engagement Mode in Android 17 für XR-Geräte ist auch im Hinblick auf das wachsende Ökosystem rund um Tablets und Mixed-Reality-Headsets interessant – ein Bereich, der 2026 weiter an Fahrt aufnimmt.
Aluminium OS: Dass Google gezielt App-Resizability für Desktops erzwingt, unterstreicht die Pläne für Aluminium OS – ein Android-basiertes ChromeOS-Nachfolger-System für Laptops. Hier laufen viele der Android-17-Verbesserungen direkt ein.
Für welche Geräte ist Android 17 Beta 1 verfügbar?
Die Beta steht aktuell für alle Google Pixel-Geräte ab dem Pixel 6 bis hin zur aktuellen Pixel-10-Serie (inkl. Pro- und Fold-Varianten) zur Verfügung. Wer die Beta ausprobieren möchte, kann sich unter google.com/android/beta anmelden. Wichtig: Ein Downgrade auf Android 16 ist ohne Datenlöschung nicht möglich.
Fazit: Solide Basis, spannende Zukunft
Android 17 Beta 1 ist kein Feature-Feuerwerk – aber das ist in Ordnung. Google legt mit dieser Version ein stabiles Fundament: bessere Performance, erzwungene App-Kompatibilität für große Displays und clevere Qualitätsverbesserungen bei Kamera und Audio. Besonders der Handoff-Feature und die Performance-Optimierungen könnten im Alltag spürbare Unterschiede machen.
Wer ein kompatibles Pixel-Smartphone besitzt und technikaffin genug ist, um mit einer Beta zu leben, kann Android 17 schon jetzt ausprobieren. Alle anderen warten bis zur finalen Veröffentlichung im Juni 2026.





